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Date 11/21/2008
 
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Schweizer Unternehmen müssen sich besser auf den demographischen Wandel vorbereiten

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Schweizer Unternehmen sind schlechter auf das Altern ihrer Belegschaften eingestellt als der Durchschnitt ausgewählter Länder der EU. Im Vergleich mit 7 Ländern der EU (UK, Frankreich, Italien, Spanien, Deutschland, Belgien, Niederlande) landet die Schweiz auf dem vorletzten Platz. Das ist das Ergebnis der bislang umfangreichsten Untersuchung der „demographischen Fitness“ von Schweizer Unternehmen, das heute vom Adecco Institut und Adecco Schweiz präsentiert wurde.

Verglichen mit dem Jahr 2000 wird bis 2020 in der Schweiz die Zahl der Arbeitskräfte im Alter zwischen 30 und 44 um ein Fünftel abnehmen, die Anzahl der Arbeitskräfte im Alter zwischen 50 und 64 Jahren jedoch um ein Drittel zunehmen. Die Anstieg in der Gruppe zwischen 60 und 64 Jahren beträgt sogar 50 Prozent. Der Anteil der Unter-19-Jährigen an der Gesamtbevölkerung wird im gleichen Zeitraum um 16 Prozent schrumpfen. Schon im Jahr 2010 wird die Mehrzahl der Schweizer Arbeitskräfte (55 Prozent) über 40 Jahre alt sein.

Das Bewusstsein bei Schweizer Unternehmen für diese demographischen Veränderungen ist ausserordentlich hoch. Während im Durchschnitt der 8 untersuchten europäischen Länder der demographische Wandel als zweitwichtigste Herausforderung nach der Globalisierung gesehen wird, rangiert bei den 500 untersuchten Schweizer Unternehmen der demographische Wandel auf Platz 1 der grössten unternehmerischen Aufgaben der Zukunft, vor Globalisierung und technischem Fortschritt.

Gleichwohl gehören Schweizer Unternehmen in Europa zu denen, die am wenigsten darauf vorbereitet sind. Fast die Hälfte der Unternehmen hat weder Pläne gemacht noch Massnahmen getroffen, um auf die demographischen Veränderungen zu reagieren. 60 Prozent der Unternehmen können keine Auskunft geben über die Altersstruktur ihrer Belegschaft.

Insgesamt schneidet die Schweiz im Ländervergleich von 8 europäischen Ländern schlecht ab und landet auf dem vorletzten Platz. Für die Bewertung zugrunde gelegt wurde der Demographische Fitness Index DFX. Der DFX wurde vom Adecco Institut entwickelt. Er dient Unternehmen dazu festzustellen, inwieweit sie auf das Altern Ihrer Belegschaft vorbereitet sind.

Der Demographische Fitness Index DFX: Schweiz erreicht 174 von 400 Punkten

Der DFX untersucht anhand definierter Bewertungskriterien fünf Handlungsbereiche der Personalpolitik, die über die demographische Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens entscheiden. Die Ergebnisse werden in Form eines Index von 100 bis 400 Punkten dargestellt. Die untersuchten Bereiche sind: Karrieremanagement, lebenslanges Lernen, betriebliches Gesundheits- und Wissensmanagement sowie der generationsübergreifende Einsatz von Arbeitskräften (Age Diversity Management).
Das Adecco Institut hat dazu in 8 Ländern (UK, Frankreich, Italien, Spanien, Deutschland, Belgien, Niederlande und Schweiz) jeweils 500 Unternehmen aller Branchen und Grössenordnungen untersucht, also 4.000 insgesamt. Anhand der Auswertungsergebnisse für die einzelnen Unternehmen können Länderindices errechnet werden. Die Schweiz kommt auf 174 von 400 möglichen Punkten und damit nur auf den 7. Rang unter den acht untersuchten Ländern, vor Frankreich mit 172 Punkten. Der Durchschnittswert für die acht Länder ist 182. Die Spitzenposition nimmt das Vereinigte Königreich (UK) mit 189 Punkten ein, vor Italien mit 186 Punkten, gefolgt von Belgien und Spanien mit jeweils 185 Punkten und den Niederlanden mit 181 Punkten.

Die gute Nachricht für die Schweiz ist, dass 5 Prozent aller Firmen einen DFX von über 300 erzielen (UK: 4 Prozent), eine merkliche Anzahl von Schweizer Unternehmen also bereits Weltklasse-Niveau erreicht hat. Überdurchschnittlich gut schneidet die Schweiz auch beim Wissensmanagement ab und bei der Vorausplanung des Bedarf an Fach- und Führungskräften (23 Monate Planungshorizont versus weniger als 18 Monate im Durchschnitt).

Länderübergreifende Resultate der Studie

Der europäische DFX-Durchschnittswert von 182 Indexpunkten zeigt, dass unternehmensseitig in Europa noch ein beträchtlicher Aufholbedarf besteht, um den Herausforderungen des demographischen Wandels begegnen zu können. Länderunabhängig lassen sich als Ergebnisse der Erhebung festhalten:

• Nur wenige Unternehmen bieten ein ausreichendes Spektrum an Möglichkeiten zur Gestaltung der Berufslaufbahn ihrer Mitarbeiter an, und nur ein geringer Anteil der Mitarbeiter macht davon Gebrauch, insbesondere nicht die Altersgruppe der über 45-Jährigen.
• Unternehmen bieten Fortbildungsmöglichkeiten an, die nur von ca. 50 Prozent der Belegschaft in Anspruch genommen werden. Dabei handelt es sich grossteils um standardisierte Trainings, deren Schwerpunkt nur in geringem Masse auf individuelle Erfordernisse oder Schlüsselqualifikationen ausgerichtet ist.
• Im Bereich Wissensmanagement fehlen häufig strukturierte Informationen darüber, wo sich das Fachwissen konzentriert, d.h. darüber, welche Mitarbeiter über welche Fachkenntnisse verfügen.
• Im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements besteht europaweit Verbesserungsbedarf. In nur wenigen Unternehmen geht das Angebot über die obligatorischen Vorsorgeprogramme (z.B. Kontrolluntersuchungen) hinaus und umfasst längerfristige Massnahmen, beispielsweise Beratung zu Themen wie Stressbewältigung, Ernährung oder gesunde Lebensweise.
• Obwohl die grosse Mehrheit der Unternehmen die gesetzlichen Vorschriften zum Thema Altersvielfalt einhält und formal alle Altersgruppen gleich behandelt werden, sind darüber hinausgehende Massnahmen wie die persönliche Betreuung durch einen Mentor und die generationenübergreifende Weitergabe von Erfahrungswissen nur selten zu finden.

Die Studie macht deutlich, dass solche Massnahmen nicht der Gewissensberuhigung dienen, sondern vielmehr reale wirtschaftliche Konsequenzen haben. Durch einen höheren DFX kann ein Unternehmen seine Konkurrenzfähigkeit, seine Innovationskraft und seine Produktivität um bis zu 20 % steigern. Das heisst: eine Verbesserung der demographischen Fitness hat einen unmittelbar positiven Effekt auf den Unternehmenserfolg.

Die Alterung der Gesellschaft ist ein in ganz Europa eintretende Entwicklung, mit der Herausforderungen, aber auch Chancen verbunden sind. Langfristig gehört die Zukunft in Europa den Unternehmen, die sich diesen Herausforderungen stellen und die Chancen des demographischen Wandels nutzen.

Das Adecco Institute wird seinen DFX-Index jährlich veröffentlichen und so Unternehmen und politischen Entscheidungsträgern ein Instrument zur Messung der europäischen Fortschritte im Bereich der demographischen Fitness zur Verfügung stellen.

 

 

 

 


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