Forscher bescheinigt vielen Alten «Jugendhaftigkeit» - Jedoch auch
Sorge vor Armut
Die Generation «50 Plus» hat Spaß an Abwechslung: Ältere
Menschen sind nach einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Emnid unternehmungsfreudiger
als noch vor zehn Jahren. Während 1994 noch 39 Prozent der Menschen ab 55
Jahren noch gern einmal etwas Neues wagen wollten, seien es in diesem Jahr 52
Prozent gewesen, teilte Emnid am Dienstag in Bielefeld mit. Umgekehrt zählten
sich heute nur 45 Prozent der Menschen in dieser Altersgruppe zu denen, die gern
am Alten und Bewährten festhalten. 1994 waren es noch 60 Prozent gewesen.
«Wir müssen von einer "Jugendhaftigkeit" der Alten sprechen,
die es in stärkerer Weise als bisher geben wird», sagte Emnid-Chef
Klaus-Peter Schöppner.
Trotz aller Unternehmungslust blicken viele der Generation «50 Plus» mit
Sorgen in die Zukunft. 54 Prozent der Befragten rechneten mit hohen privaten
Vorsorgekosten und 49 Prozent mit einer steigenden Altersarmut, sagte Schöppner
weiter. 45 Prozent machten sich große Sorgen wegen der Pflege im Krankheitsfall.
Zugleich gehöre das Sparen für den Notfall und für die private
Altersvorsorge für 77 beziehungsweise 73 Prozent der Älteren zu den
vorrangigen Sparzielen. Emnid befragte im Auftrag der Hamburger Marseille-Kliniken
AG Anfang des Jahres 1000 Menschen über 55 Jahre. Die Marseille-Kliniken
betreiben in Deutschland unter anderem 48 «Senioren-Wohnparks».