„Bei den Best-Agers werden Alterseffekte zur Antriebsfeder für
vermehrtes Reisen,“ so Robert Heukamp, Experte für Seniorenmarketing.
Er prognostiziert einen Zuwachs der Reiseaktivitäten bei den „neuen
Alten“ von bis zu 25 Prozent innerhalb der kommenden fünf Jahre.
Die Zahlen beruhen auf einer aktuellen Analyse, welche von Heukamps Firma Generation
Consulting durchgeführt wurde. Details wurden am Montag, 14. März auf
der ITB in Berlin vorgestellt.
Dass Senioren besonders reiselustig sind, bestätigten zuletzt die vom
Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen. Demnach ist der Anteil,
der Konsumausgaben der für Reiseaktivitäten ausgegeben wird, bei
den Seniorenhaushalten am höchsten. Einzelne Reiseveranstalter (z.B. Olimar
oder TUI) adressieren bereits mit speziellen Angeboten die Zielgruppe.
Beliebt sind Kreuzfahrten, Rundreisen sowie Wanderurlaube. Offensichtliches
Entwicklungspotenzial gibt es bei Kurzreisen. Urlaub am Strand oder in einem
Ferienclub ist dagegen für Senioren nur wenig reizvoll.
Um vom Wachstumspotenzial zu profitieren, ist ein Umdenken in den Marketingabteilungen
der Veranstalter notwendig. Bisher zielen seniorengerechte Angebote vor allem
auf bestmögliche medizinische Betreuung, Barrierefreiheit und eine gesonderte
Rabattpolitik ab. Die Vorstellung vom gebrechlichen, ewig sparsamen Rentner
ist aber schon seit langem überholt – eine Erkenntnis, die sich
auch auf Veranstalterseite langsam durchzusetzen scheint.
Modernes Seniorenmarketing muss altersbedingte psycho-soziale Veränderungen
der Zielgruppe berücksichtigen. Vorraussetzung hierfür ist eine detaillierte
Kenntnis über Konsumverhalten, Bedürfnisse und Motive der reiselustigen
Senioren.
Heukamp zeigt sich überzeugt: „Die Chancen und das sich abzeichnende
Potential für die Tourismusindustrie sind enorm. Die Generation der Babyboomer
ist eine wachsende, äußerst liquide Zielgruppe, die sich aber unspezifischen
Marketinginstrumenten verschließt.“