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Kinos ziehen mehr Ältere an

Knapp die Hälfte (47 Prozent) der unter 30-Jährigen gehen mindestens einmal pro Monat ins Kino. Bei den über 50-Jährigen sind es dagegen nur drei Prozent. Dies sind Ergebnisse einer Umfrage von TNS Emnid und der Düsseldorfer Kommunikationsagentur Mediaedge:cia. Basis waren 1.300 Personen ab 14 Jahren.

Demnach hat sich in der Gruppe 50plus in den letzten Jahren einiges getan. Während 2002 nur 37 Prozent angaben zumindest ab und zu vor der Leinwand zu sitzen, sagte dies nun gut die Hälfte der über 50-Jährigen. Mehr als jeder vierte Bundesbürger geht nie ins Kino (27 Prozent). Häufigster Grund, nicht ins Kino zu gehen, ist fehlendes Interesse. Dazu kommt Geduld, bis der Film im Fernsehen gezeigt wird, und Bequemlichkeit. Der Preis spielt für gut ein Viertel der Kinoverweigerer eine Rolle.

Wer sich Movies ansieht, geht in der Regel mit Lebenspartner (44 Prozent) oder mit Bekannten (38 Prozent). Nur gut sechs Prozent der Cineasten gehen meistens allein ins Kino. Familienkino findet allerdings im Vergleich zu anderen Ländern in deutschen Filmpalästen kaum statt. Hauptgrund sind hohe Preise. Unter sechs abgefragten Filmarten ist das Genre Liebesfilm/Drama das beliebteste. Es folgen Fantasy-Filme wie 'Herr der Ringe' oder 'Star Wars', Action-Filme und Trickfilme.

Streuselkuchen zum Film

Im Bad Freienwalder Kino wird an jedem dritten Dienstag im Monat Streuselkuchen zum Film gereicht. Dann ist in dem «Kurlichtspiele-Erlebniskino/Kinocafé» in der Hauptstraße Seniorentag. Für fünf Euro bekommen Frauen und Männer ab 60 Jahren nicht nur einen Film zu sehen, sondern auch noch Kaffee und Kuchen satt. Hausgemacht versteht sich. «Die Idee ist mir im November gekommen», erinnert sich Kino-Chefin Ursula Segatz. Einen Zeitungsartikel über die Abwanderung junger Menschen aus Brandenburg habe sie gelesen - potenzielle Kinogänger. Also entwickelte sie eine Offerte für die älteren Bad Freienwalder.

Mit ihrem Ehemann Heinz hatte Segatz das Kino 1993 übernommen. Rund 300 000 Euro investierte das Paar. Der Eingangsbereich wurde umgebaut, neue Sanitäranlagen wurden installiert und einige Sitzreihen herausgenommen. «Wir wollten, dass die Gäste rauchen, etwas trinken und gleichzeitig den Film sehen können», erläutert die Kino-Chefin. Wo einst nummerierte Sitze waren, befindet sich heute das Kaffee - abgetrennt durch eine große Glasscheibe, so dass die Besucher freien Blick vom Kaffeetisch auf die Leinwand haben.

Anfangs sei das Kino gut besucht gewesen - bis etwa 1997, erinnert sich Ursula Segatz. «50 000 Gäste hatten wir im ersten Jahr. Heute sind es nur noch um die 20 000.» In diesem Jahr könnten die Besucherzahlen wieder steigen, denn die Idee mit dem Seniorenkino kommt an.

Wie zur ersten Vorführung im Dezember ist es an jedem dritten Dienstag im Kaffee rappelvoll. Wer spät kommt, hat entweder reserviert oder muss in den Sitzreihen vor der Leinwand Platz nehmen. Für Segatz ist das ein Problem. «Die wollen alle im Kaffee sitzen und kaum einer im Saal.» Bei insgesamt 200 Plätzen im Kino eine zu geringe Auslastung.
Künftig müssten eben alle, Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte ausgenommen, zum Filmbeginn in die Kinositze wechseln, kündigt Segatz den Besuchern an. Irmgard Haiduck hat dafür Verständnis. Bisher hat die 69-jährige Bad Freienwalderin keine Seniorenvorführung versäumt. Vier Jahre lang sei sie davor nicht mehr im Kino gewesen. Eine sehr gute Idee sei der Kinotag für ältere Menschen und das gemeinsame Kaffeetrinken.

 

 

 


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