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Der Herausforderung der Überalterung rechtzeitig begegnen
Der Herausforderung
der Überalterung rechtzeitig begegnen: einige erfolgreiche strategische Reaktionen
Die Herausforderung der
Überalterung in der EU – einige Zahlen:
Das Phänomen der Überalterung
ist nicht auf ältere Arbeitnehmer und Rentner beschränkt. Die europäische Bevölkerungsstruktur
ist im Wandel begriffen. Die Überalterung betrifft die gesamte Gesellschaft
und sie wirkt sich auf alle Generationen aus. Nachstehend Erläuterungen:
Die Anzahl älterer Arbeitnehmer
(zwischen 55 und 64) wird sich zwischen 2005 und 2030 um 14 Millionen erhöhen.
Die Anzahl von Menschen
über 80 wird von heute 19 Millionen auf 34 Millionen im Jahre 2030 ansteigen.
Die Bevölkerung der
EU im arbeitsfähigen Alter (15-64 Jahre) insgesamt wird von 2005
bis 2030 um 20 Millionen zurückgehen.
| Prognosen
zur Entwicklung der EU-Bevölkerung 2005-2050 |
| (in
Tausend) |
|
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|
|
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| |
2005-2050 |
2005-2010 |
2010-2030 |
2030-2050 |
|
| Gesamtbevölkerung |
-8659 |
5563 |
5312 |
-19534 |
|
| |
-1,9 % |
1,2 % |
1,1 % |
4,2 % |
|
| Kinder
(0-14) |
-13811 |
-2304 |
-6080 |
-5427 |
|
| |
-18,6 % |
-3,1 % |
-8,5 % |
-8,2 % |
|
| Jugendliche
(15-24) |
-14035 |
-2383 |
-6663 |
-4990 |
|
| |
-24,3 % |
-4,1 % |
-12,0 % |
-10,2 % |
|
| Junge
Erwachsene (25-39) |
-24867 |
-3896 |
-14883 |
-6088 |
|
| |
-25,0 % |
-3,9 % |
-15,6 % |
-7,5 % |
|
| Erwachsene
(40-54) |
-18666 |
4116 |
-10029 |
-12754 |
|
| |
-19,0 % |
4,1 % |
-9,8 % |
-13,8 % |
|
| Ältere
Arbeitnehmer (55-64) |
4721 |
4973 |
8717 |
-8969 |
|
| |
9,1 % |
9,5 % |
15,3 % |
-13,6 % |
|
| Alte
Menschen (65-79) |
25688 |
1947 |
22281 |
1460 |
|
| |
44,5 % |
3,4 % |
37,3 % |
1,8 % |
|
| Pflegebedürftige
alte Menschen (80+) |
32311 |
3109 |
11969 |
17233 |
|
| |
171,6 % |
16,5 % |
54,0 % |
50,8 % |
|
| Quelle:
EUROSTAT, 2004 |
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Die
Überalterung geht auf drei Faktoren zurück:
- einen erheblichen Rückgang
der Fruchtbarkeitsrate
- einen beträchtlichen
Anstieg der Lebenserwartung
- das Altern der Generation
der Babyboomer
Europas Bevölkerung stagniert
und ihr Rückgang ist vorherzusehen:
Die Gesamtbevölkerung der
EU wird in den nächsten 20 Jahren sehr leicht ansteigen und dann anfangen zurückzugehen.
Ansteigen wird sie:
- von 458 Millionen Einwohnern
im Jahr 2005 auf 469,5 Millionen im Jahre 2025 (+ 2 %),
- und dann zurückgehen
auf 468,7 Millionen im Jahr 2030.
(Im Vergleich hierzu wird
die US-Bevölkerung zwischen 2000 und 2025 um 25,6 % wachsen.)
Die Bevölkerung einiger
Mitgliedstaaten nimmt bereits jetzt ab:
- Ungarn, Lettland, Litauen,
Estland, Slowakei, Tschechische Republik
- Bei den sechs bevölkerungsreichsten
EU-Mitgliedstaaten wird es nur im Vereinigten Königreich und in Frankreich
zwischen 2005 und 2050 zu einem Bevölkerungsanstieg kommen (bei der Bevölkerung
des Vereinigten Königreichs wird eine Zunahme von 8 % prognostiziert und bei
der französischen Bevölkerung von 9,6 %).
In einigen Ländern wird
jedoch der Rückgang der Geburtenrate durch Einwanderung ausgeglichen (DE, IT,
SP).
Was können die Mitgliedstaaten
tun, um die sich bietende Gelegenheit zu nutzen, dass sich die Auswirkungen
der Überalterung vorübergehend verringern?
Zwar wird mittelfristig
die Zahl der Personen im arbeitsfähigen Alter in der EU zurückgehen, die Zahl
der Beschäftigten steigt jedoch derzeit (dank einer allgemeinen Zunahme der
Zahl älterer Arbeitnehmer und einer höheren Erwerbsbeteiligung der Frauen).
Dadurch erhalten die Mitgliedstaaten Gelegenheit – und auch etwas Zeit –, um
ihre Maßnahmen an die neue Realität der Überalterung anzupassen. Nachstehend
folgen einige Beispiele für ein erfolgreiches Vorgehen, die die fünf in der
heutigen Mitteilung festgelegten Politikbereiche abdecken. Die jeweiligen Maßnahmen
funktionieren in den betreffenden Mitgliedstaaten einwandfrei; die Beispiele
könnten bei weiterer Verbreitung anderen Ländern dazu verhelfen, die Auswirkungen
der Überalterung in den Griff zu bekommen.
1. Demografische Erneuerung
Hintergrund:
Die durchschnittliche Gesamtfruchtbarkeitsrate
für die EU der 25 betrug 1,5 im Jahre 2004. Die Länder mit den besten Ergebnissen
sind IRL (1,99), FR (1,89) und SW (1,75).
Was ist unter „Gesamtfruchtbarkeitsrate“
zu verstehen?
Es handelt sich um die durchschnittliche
Zahl der lebend geborenen Kinder, die eine Frau in ihrem Leben gebären würde,
wenn sie in ihrer gesamten gebärfähigen Zeit die Fruchtbarkeitsrate der jeweiligen
Altersgruppe aufgewiesen hätte und noch aufweisen würde.
Beispiele für bewährte
Verfahren:
Frankreich und Schweden:
Großzügige familienpolitische Maßnahmen und Maßnahmen zur Vereinbarung von Berufs-
und Familienleben haben Frankreich und Schweden eine „annehmbar niedrige“ Fruchtbarkeitsrate
verschafft. Sie liegt immer noch unter der Reproduktionsrate von 2,1, ist aber
– im Verein mit einem gemäßigten Migrationsniveau – hoch genug, um einen Rückgang
der Bevölkerung zu verhindern, jedoch nicht die Überalterung.
2. Mehr Arbeitsplätze
guter Qualität für ältere Arbeitnehmer
Hintergrund:
Das Ziel der Lissabon-Strategie
einer Beschäftigungsquote von 50 % und darüber für Arbeitnehmer zwischen 55
und 64 wurde 2005 erreicht von CY, PT, DK, ESTONIA, IRL, FIN, SW und VK. Die
besten Ergebnisse erzielten SW (69,4), DK (59,5) und VK (56,9). Die meisten
Mitgliedstaaten sind in die Reform ihrer Rentensysteme eingetreten; Faktoren,
die einer längeren Lebensarbeitszeit entgegenstehen, sind abgebaut worden, wohingegen
die entsprechenden Anreize verstärkt wurden. Die Verknüpfung zwischen Beiträgen
und Leistungen wurde enger gezogen.
Beispiele für bewährte
Verfahren:
- In Dänemark: Der
„Flexicurity“-Ansatz, der auf einem Mindestkündigungsschutz bei großzügigen
Sozialleistungen beruht, wirkt sich so aus, dass derzeit zahlreiche Arbeitsplätze
geschaffen werden, während das Rentenalter in Dänemark von 65 auf 67 Jahre
ansteigen soll.
- In den Niederlanden:
Die Gesetzgebung, mit der Lohnkostenneutralität und Sozialversicherungsrechte
für Teilzeit- und Leiharbeitnehmer gesichert werden sollen, hat zur Folge
gehabt, dass zahlreiche neue Arbeitsplätze annehmbarer Qualität geschaffen
wurden und ein Rekordtief bei der Arbeitslosigkeit erreicht worden ist, während
Anreize für eine längere Lebensarbeitszeit verstärkt worden sind.
- In Finnland: Die
Unternehmen auferlegte Verpflichtung, Pläne für aktives Altern umzusetzen,
anstatt Umstrukturierungen über Entlassungen und/oder ein sonstiges vorzeitiges
Ausscheiden aus dem Erwerbsleben durchzuführen, hat positive Ergebnisse gezeitigt.
Außerdem hat man durch die hauptsächlich im Zeitraum 2003-2005 vorgenommene
Rentenreform Arbeitsanreize dadurch verstärkt, dass bei älteren Arbeitnehmern
die Entstehung von Rentenanwartschaften erleichtert wurde und dass Frühverrentungsregelungen
überarbeitet worden sind.
3. Höhere Produktivität
und Wettbewerbsfähigkeit
Hintergrund:
Investitionen in F&E
kommt zunehmend Bedeutung zu, um Produktivitätswachstum und Wettbewerbsfähigkeit
für die Zukunft zu sichern. Die durchschnittlichen Bruttoinlandsinvestitionen
in F&E in der EU der 25 als Prozentsatz des BIP erreichten 1,86 % im Jahre
2004. Am besten schnitten DE (2,58), DK (2,49), FI (3,5) und SW (3,7) ab.
Beispiele für bewährte
Verfahren:
- Deutschland ist
eines der weltweit führenden Exportländer dank einer langen Tradition der
Produktentwicklung auf der Grundlage von F&E.
- Durch die Anpassung an
die zukünftige Nachfrage einer steigenden Zahl älterer Menschen werden in
den globalen Märkten neue Möglichkeiten geschaffen. Das regionale Netz SEN@t
arbeitet unter Führung von Nordrhein-Westfalen daran, Nachfrage und Angebot
bei neuen alterungsbezogenen Produkten und Dienstleistungen zu explorieren
und zu stimulieren, und den neuen Wirtschaftssektor für ältere Menschen zu
nutzen.
- Das VK verfügt
über ein System Offener Universitäten hoher Qualität, das Möglichkeiten für
das lebenslange Lernen und den zweiten Bildungsweg bietet.
- Irland hat umfassende
Investitionen in ein Bildungssystem hoher Qualität getätigt, was dazu beigetragen
hat, solide Fundamente für den derzeitigen Wirtschaftsboom zu legen.
4. Tragfähigkeit der
öffentlichen Finanzen
Hintergrund:
Bei der Reform der Rentensysteme
sind in den letzten Jahren beachtliche Fortschritte erzielt und die Entwicklung
der gestiegenen Lebenserwartung ist in diesen Systemen stärker berücksichtigt
worden. Darüber hinaus ist die Bereitstellung von Zusatzrenten gefördert worden
und man hat die begleitenden Rechtsrahmen weiterentwickelt und verbessert.
Einige Mitgliedstaaten sind
auch das Problem der Altersarmut angegangen, indem sie garantierte Mindestrenten
angehoben haben. Durch Reformen sind Fortschritte bei drei Schlüsselzielsetzungen
der EU erreicht worden: ein angemessenes Renteneinkommen bieten, finanzielle
Tragfähigkeit gewährleisten und die Systeme an den Wandel bei arbeitsmarktbezogenen
und gesellschaftlichen Bedingungen anpassen.
Der Stand der Staatsverschuldung
als Prozentsatz des BIP ist ein nützlicher Indikator bei der Untersuchung der
Zukunftsfähigkeit von Dienstleistungen, die mit der Herausforderung der Überalterung
in Verbindung stehen, wie z. B. Renten, Gesundheitsversorgungs- und Langzeitpflegeleistungen
usw.
Der durchschnittliche Stand
der Staatsverschuldung als Prozentsatz des BIP in der EU der 25 belief sich
im Jahre 2005 auf 63,4 %. Am besten schnitten Estland (6,2), LU (6,2) und LA
(11,9) ab, am schlechtesten GR (107,5), IT (106,4) und BE (93,3).
Beispiele für bewährte
Verfahren:
- Österreich: Die
Reformen von 2004 und 2005 sind ein wichtiger Schritt in Richtung auf ein
tragfähigeres Rentensystem gewesen, und zwar durch eine engere Verknüpfung
zwischen Beiträgen und Leistungen sowie eine Erhöhung der Zahl der Beitragsjahre,
die für eine volle Rente erforderlich sind. Die Anreize für eine längere Lebensarbeitszeit
wurden ebenfalls verstärkt und die Anreize für eine Frühverrentung durch ein
so genanntes Bonus/Malus-System abgebaut. Dadurch werden auch ein sehr viel
einheitlicheres Rentensystem für den gesamten öffentlichen und privaten Sektor
und außerdem die Indexierung der Renten anhand der Preise von 2006 eingeführt.
- Finnland: Als
Reaktion auf ein zukünftiges Ansteigen der Lebenserwartung hat man eine Reihe
von Reformen konzipiert, um die Rentensysteme durch automatische Anpassungsmechanismen
zu stabilisieren (wie in SE, FI, PL oder LV) oder durch vorgeschriebene Überprüfungen
und Anpassungen (wie in AT, IT oder FR), bei denen Änderungen bei der Lebenserwartung
berücksichtigt werden. So hat zum Beispiel Finnland einen „Lebenszeit-Koeffizienten“
mit dem Effekt eingeführt, zukünftige Renten an eine Steigerung der Lebenserwartung
anzupassen.
5. Migration und Integration
Hintergrund:
Die Mitteilung fördert die
Entwicklung einer gemeinsamen Politik der legalen Immigration, die auf Bedürfnissen
des Arbeitsmarktes im Verein mit einer soliden Partnerschaft mit den Emigrationsländern
beruht.
Was die Freizügigkeit innerhalb
der EU der 25 anbelangt, so sind alle Beschränkungen bis 2011 aufzuheben. Im
Bereich der externen Immigration beabsichtigt die Kommission, eine Mitteilung
über die Koordinierung der entsprechenden Maßnahmen im Jahr 2009 zu veröffentlichen.
Derzeit verhindert die Immigration
bereits einen Rückgang der Bevölkerung und trägt in einigen Mitgliedstaaten
zum Wirtschaftswachstum bei.
Beispiele:
- In Spanien: Der
kürzlich verzeichnete Zustrom von Wanderarbeitnehmern in Spanien hat das Volumen
der Lohnsteuern stark erhöht, was seinerseits ermöglicht hat, dass deren Sozialversicherungssystem
nicht defizitär geworden ist.
- In Irland und im VK:
Eine umfangreiche Migration aus den neuen Mitgliedstaaten nach Irland und
in das Vereinigte Königreich nach der Erweiterung der EU im Jahr 2004 hat
dazu beigetragen, Engpässe auf dem Arbeitsmarkt zu verringern und das Wirtschaftswachstum
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