Gerade ältere Menschen leiden häufig unter einer Milchzucker-Unverträglichkeit.
Grund dafür ist Enzym Laktase, das mit zunehmendem Alter weniger aktiv
wird.
Milch und Milchprodukte stehen bei vielen Senioren nicht gerade auf der Beliebtheitsskala
ganz oben und das ist schlecht für die Knochen. Aber bei vielen älteren
Menschen verursachen diese Lebensmittel häufig Verdauungsbeschwerden, was
auf eine abnehmende Aktivität des Enzyms Laktase mit zunehmendem Alter
zurückzuführen ist, berichtet Diplom-Ernährungswissenschaftlerin
Susanne Sonntag von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik.
Insgesamt sind in Deutschland etwa 10 Millionen Menschen von einer Milchzucker-Unverträglichkeit
(Laktose-Intoleranz) betroffen. Die Ursache liegt in einer ungenügenden
Aktivität des Enzyms Laktase, das den Milchzucker normalerweise in seine
Bestandteile Glukose und Galaktose spaltet. Gelangt der Milchzucker ungespalten
in den Darm, löst er dort verschiedene Beschwerden wie Blähungen,
Bauchschmerzen und Durchfälle aus.
Bei einer Milchzucker-Unverträglichkeit unterscheiden Ernährungsmediziner
grundsätzlich zwei verschiedene Varianten: Der erblich bedingte Laktasemangel
und der Laktasemangel, der durch bestimmte Erkrankungen wie Zöliakie und
Morbus Crohn hervorgerufen werden kann. Bei der überwiegenden Mehrzahl
der Betroffenen ist die Erkrankung auf einen erblichen Defekt zurückzuführen.
Er tritt meist erst mit zunehmendem Alter auf, weswegen ältere Menschen
Milch und Milchprodukte generell schlechter vertragen als Junge.
Ernährungswissenschaftler empfehlen daher, den Verzehr von Milch
und Milchprodukten zu meiden oder zu reduzieren. Da diese Lebensmittel die Hauptlieferanten
für den wichtigen knochenaufbauenden Mineralstoff Kalzium sind, haben Menschen
mit einer Milchzucker-Unverträglichkeit ein erhöhtes Risiko für
Osteoporose. Es ist deshalb wichtig, auf kalziumreiche und gleichzeitig milchzuckerarme
Alternativen zurückzugreifen.
Ideal sind verschiedene Hart-, Schnitt- und Weichkäsesorten, Sojamilch
und Sojamilchprodukte sowie speziell hergestellte laktosefreie Milchprodukte.
Auch Joghurt und Quark werden von den Betroffenen meist gut vertragen, da die
Milchsäurebakterien beim Abbau des Milchzuckers helfen.