Fehlende Informationsmöglichkeiten und mangelnde Transparenz bei Angeboten
sind die Hauptkritikpunkte seitens des Verbraucherschutzes an seniorengerechten
Dienstleistungen. Aber auch stärkere Mitsprachemöglichkeiten der Seniorinnen
und Senioren werden gefordert.
Dieter Lang, Vertreter des vzbv (Verbraucherzentrale Bundesverband) kritisiert
im Bereich der Finanzdienstleistungen die Praxis vieler Banken bei der Kreditvergabe.
So fehle bei der Festlegung von Altersgrenzen für Kredite oft jegliche
Transparenz. Bei einer Kreditvergabe entschieden immer weniger der Einzelfall,
stattdessen werde vor allem das Lebensalter herangezogen. Viele Seniorinnen
und Senioren reagierten auf die unpersönliche Vergabepraxis mit Resignation
und würden abgehalten, Finanzdienstleistungen stärker in Anspruch
zu nehmen.
Aber auch Anbieter von Dienstleistungen für ältere Menschen zeigen
sich teilweise inflexibel gegenüber den Bedürfnissen dieser Zielgruppe.
So stellte Stiftung Warentest bei einem Test von Hausnotrufdiensten fest, dass
zwar die Qualität der gelieferten Technik sowie die Betreuung im Notfall
gut bis sehr gut sei. Doch kommen oft die persönlichen Beratungsgespräche
zu kurz. "Wir sehen hier trotz positiver Ansätze noch Verbesserungsbedarf,
gegebenenfalls durch eine strengere Überprüfung bei der Zulassung",
so Jürgen Nadler von Stiftung Warentest. Mangelnde Flexibilität erkannten
die Tester auch bei Anbietern von Essen auf Rädern. In ihrer Studie "Probleme
mit Fett und Salz" kritisierten sie, dass Erkenntnisse der Ernährungspsychologie
nicht selten ignoriert und die Wünsche der älteren Verbraucherinnen
und Verbraucher zu wenig berücksichtigt würden.
Annika Roes von der Landesinitiative Seniorenwirtschaft NRW ermutigte in dem
Workshop Unternehmen, sich durch die Entwicklung seniorengerechter Produkte
neue Marktsegmente zu erschließen. Zugleich forderte die Landesinitiative
Seniorinnen und Senioren zur Nachfrage altersgerechter Produkte auf.