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Date 11/21/2008
 
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Generation 50 plus gezielt ansprechen

Kunden-Potenziale bleiben weitgehend ungenutzt

Die deutschen Lebensversicherungsunternehmen stecken neben den aktuellen Schwierigkeiten bei der Entwicklung ihrer Kapitalanlagen in einem weiteren Dilemma. Die Ablauf-Leistungen der fälligen Lebensversicherungen steigen von Jahr zu Jahr schneller als die Prämienzahlungen der Versicherungsnehmer. Man muss kein Versicherungsmathematiker sein, um die Konsequenzen dieser sich öffnenden Schere abzusehen.

Diese Entwicklung ist insbesondere für Versicherungsunternehmen nicht neu, da deren Vertrieb bzw. Verkäufer bereits seit Jahrzehnten mit der sich verschiebenden Altersstruktur der Bevölkerung im Kundengespräch argumentieren. Die Konsequenzen des „Age Wave“ wurden jedoch lange vernachlässigt. Das dokumentiert sich aktuell auch in den Wiederanlage-Quoten von (geschätzten) durchschnittlich 8,4% aller dem GDV angeschlossenen Lebensversicherer (das Gros der VU im einstelligen %-Bereich, 13 VU überschritten in der Vergangenheit die 10%-Marke).

In Gesprächen wiederholen die Marketing- und Vertriebsverantwortlichen gebetsmühlenartig die Wichtigkeit der Zielgruppe der Senioren.

In der Praxis setzen sie jedoch nach wie vor (fast ausschließlich) auf die Akquisitionschancen im Marktsegment der Erwerbstätigen. Private und Betriebliche Altersversorgung, Riester-Rente (alles noch anzusparende Kapitalbildung) sind die Themen und Produkte, die das Tagesgeschäft bestimmen. Ein  Branchenblatt titelte in seiner Maiausgabe 2003: „bAV – Das Geschäft mit guten Gewinnaussichten. Der Wettlauf um den Markt der Zukunft hat begonnen.“ Sicherlich richtig, bezogen auf den Markt der Erwerbstätigen.

Was ist jedoch mit dem stetig im größer werdenden Marktsegment der Ruheständler? Oder denen, die das Erreichen dieser Lebensphase des „Entsparens“ ihrer Kapitalanlagen bereits in Jahren oder Monaten abzählen?

Der Altersmedian der volljährigen Bevölkerung (50% der Volljährigen liegen über und 50% liegen unter diesem Alter) ist bereits beim 48. Lebensjahr angekommen, mit steigender Tendenz. Das bedeutet, dass knapp die Hälfte der Kunden ein geringes Interesse an Vorsorgeprodukten gegen laufende Beitragszahlung hat.

Der Zukunftsforscher Andreas Giger bringt die Situation auf den Punkt: „Die Generation 50 Plus ist ein hochinteressanter Markt mit überdurchschnittlich viel Geld, Zeit und Aufmerksamkeit – und der einzige, der nicht schrumpft, sondern wächst!“

Ein Umdenken bei Produktentwicklung und –management und insbesondere bei Marketing und Vertrieb ist die notwendige Konsequenz.

Der Unterschied der Generationen: 18-49-Jährige versus 50 Plus

Diese immer größer werdende Anzahl der Senioren ist es gewohnt, selbstbewusst Geldentscheidungen zu treffen. Und das einzige, was sie nicht wollen, als eben solche –Senioren – behandelt zu werden. Deshalb konterkariert der Begriff „Senioren-Marketing“ bereits die Lösungsansätze in Marketing und Vertrieb, da er unterstellt, dass die Kommunikation zu und in dieser Zielgruppe uniform ist.

Die Wünsche und Erwartungen der Menschen in dieser Lebensphase stellen sich wesentlich differenzierter und individueller dar, als in den jüngeren Generationen. „Kukident 2-Phasen“ und „Doppel-Herz“ werden zwar konsumiert, in der persönlichen Wahrnehmung jedoch (gerne) ausgeblendet. Es gibt also nicht die typischen Senioren. Abhängig vom „gefühlten“ Alter und der eigenen Befindlichkeit können Senioren (im Kopf) noch sehr jugendlich und im Gegensatz dazu jüngere Menschen bereits sehr alt sein.

Das Geburtsjahr alleine gibt keinen Aufschluss über die Wünsche und Erwartungen. Es definiert lediglich eine faktische Gemeinsamkeit, das wahrscheinliche oder bereits stattgefundene Ausscheiden aus dem Berufsleben (aktuell: Männer 60,5 ; Frauen 58,4) und damit den spätesten Zeitpunkt, mit dem der Aufbau der Altersvorsorge endet und die Nutzung der vorhandenen Ansprüche und Vermögen beginnt.

Erwartungen der 50 Plus-Generation

Aus diesen generationenbedingten Fragestellungen lässt sich jedoch keine allgemeine Klassifizierung der Wünsche und Vorstellungen der betreffenden Personen ableiten. Damit ist es kaum möglich, eine überschaubare und kommunizierbare Menge an Lösungskonzepten anzubieten. Allein die grobe Dreiteilung der Zielgruppe in die „jungen Alten“ (Lebensphase vor dem Berufsausstieg), die „noch aktiven Senioren“ (die ersten Jahre nach dem Berufsausstieg) und die „Zurückgezogenen“ (die späten Jahre) führt zu unzählbar vielen Bedarfssituationen.

Einen gemeinsamen Wunsch (Bedarf) haben jedoch alle: „Wer kann mir helfen?“ An dieser Fragestellung wird klar, dass insbesondere Senioren nicht nach speziellen Anbietern und Produkten suchen, sondern nach Personen ihres Vertrauens.

Da Vertrauen ein sich einstellendes Spontan-Gefühl ist (oder eben nicht), kann durch eine entsprechend angepasste Vorgehensweise ein geeigneter Rahmen geschaffen werden.

Die wesentlichen Grundlagen dafür sind Seriosität, fachliche Kompetenz (vor allem in der Beantwortung der genannten Fragestellungen) und nachhaltige persönliche Betreuung.
Der dritte Punkt ist der wichtigste und auch schwierigste, da er immer eine Zeitkomponente beinhaltet. Insbesondere Senioren gewähren nur zögerlich Einblick in die persönlichen Angelegenheiten. Die Kontinuität der Begleitung des Kunden über viele Jahre durch Personen seines Vertrauens lässt sich durch übliche Investitionen in Kundenbindungs-Maßnahmen schwer kompensieren.

Der Seniorenmarkt ist ein steigender Wachstumsmarkt, da die Zahl der Senioren absolut und relativ zunimmt. Das verfügbare Geld führt zu einer deutlichen Verbesserung der Vermögenssituation. Die Gesundheitsversorgung und die verlängerte Lebenserwartung bringen eine veränderte Lebensqualität. Die Zukunft gehört den Senioren. Die Vertriebs-Chancen dafür stehen gut!

 

 

 


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