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Date 11/21/2008
 
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Die Herausforderungen der alternden Gesellschaft

Das Durchschnittsalter der Bundestagsabgeordneten liegt bei knapp 50 Jahren. In der freien Wirtschaft würden unsere Volksvertreter damit praktisch schon zum alten Eisen zählen. Mehr als die Hälfte der Betriebe in Deutschland beschäftigt keine Arbeitnehmer jenseits der 50. Dieser unhaltbare Zustand gehört zu den vielen Facetten einer paradoxen Entwicklung.

Auf der einen Seite steigert der medizinische Fortschritt die Lebenserwartung. Auf der anderen Seite wird die wachsende Alterung als bedrohlich empfunden und mit Tabus belegt. Dabei haben Wissenschaftler ermittelt, dass die Senioren von heute hinsichtlich ihrer Gesundheit und Aktivität zehn Jahre jünger sind als noch vor zwei Generationen. Das scheint sich bislang aber kaum herum gesprochen zu haben. Wie sonst ist es zu erklären, dass Unternehmen auf die Kompetenz und Erfahrung der Senioren so leichtfertig verzichten? Genauso wie die Chancen können auch die Risiken einer alternden Gesellschaft nicht wegdiskutiert werden.

Der pflegerische und medizinische Bedarf nimmt insbesondere bei Hochbetagten zu. Jenseits der 80 oder 90 sind Gesundheit und Selbstständigkeit ein rares Gut. Weil es sich um langfristige Veränderungen handelt, neigen die Parteien dazu, sich vor der Herausforderung zu drücken. Schon aus wahltaktischen Gründen denkt es sich leichter in Vier-Jahres-Perioden. Je länger aber das Nichtstun andauert, desto schlimmer dürfte das Erwachen im Wahlvolk sein. Zu den dringendsten Aufgaben gehört eine Reform der Pflegeversicherung. Ohne Beitragserhöhungen wird es nicht gehen. Aber das ist den Bürgern schwerer zu vermitteln, als eine schöne Absichtserklärung zur alternden Gesellschaft wie gestern im Bundestag.

 

 

 


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