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Neue Wohnkonzepte für Ältere

Die Gründe, weshalb alte und auch pflegebedürftige Menschen nicht in einem Heim untergebracht werden wollen sind vielschichtig. Die mit einem Heimaufenthalt verbundenen Kosten und der Wunsch nach Individualität und maximaler Selbstbestimmung schrecken viele vor dem Ruhestand im Altersheim ab. Mehr als 85 Prozent aller Deutschen wollen im Alter nicht aus ihren eigenen vier Wänden ausziehen, so das Ergebnis einer aktuellen EMNID-Umfrage. Bei der Generation 50plus sind daher zunehmend neue Wohnkonzepte für das Alter als Alernative zum Heim gefragt.

Kampa reagierte als einer der ersten deutschen Fertighaushersteller auf die Bedürfnisse von Senioren: Bereits vergangenen März präsentierte das Unternehmen eine spezielle Hausserie. Diese sei "sehr erfolgreich, wir planen noch in diesen Jahr weitere Modelle", sagte André Janssen, Marketingleiter von Kampa gegenüber der Financial Times Deutschland (FTD). Für Janssen steht fest, dass Ältere zwar in ihren eigenen vier Wänden, aber doch ganz anders wohnen wollen. "Ebenerdig, mit offenem Wohnbereich und viel Platz zum Repräsentieren, eventuell auch mit zwei Schlafzimmern", beschreibt er die Anforderungen der Generation 50plus. Die Mehrheit der Dienstleister in der Baubranche hat jedoch in diesem Marktsegment kaum Initiative gezeigt.

Das selbstorganisierte Zusammenleben in optimalen Räumlichkeiten stellt für viele eine Alternative dar. Das Begriff der "Rentner-WG" hat in der Vergangenheit für ein breites Presseecho gesorgt. Jedoch sollten Interessenten bei der Planung von selbstorganisierten Senioren-Wohnprojekten ihre Möglichkeiten realistisch einschätzen, rät Heike Skok von Münchener Verein „Urbanes Wohnen“ im Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". „Viele hängen die Erwartungen zu hoch, zum Beispiel mit dem Anspruch, sich im Pflegefall zu unterstützen“, erklärt die Expertin. „Doch damit ist die Gruppe erfahrungsgemäß schnell überfordert.“

"Wir sehen den Trend zu Verbundkonzepten, wo ein Bauträger mit einer Pflegeeinrichtung kooperiert", sagt Kerstin Schneiders vom Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung (Inwis) in Bochum gegenüber der FTD. Denkbar sind beispielsweise Konzepte, wo Senioren individuell und selbständig in eigenen Wohnungen oder auch Häusern leben und zudem in unmittelbarer Nachbarschaft alle notwendigen sozialen und medizinischen Einrichtungen vorfinden.

 

 

 


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