Die heute 50- bis unter 65-jährigen Bürger der neuen Bundesländer
sind jene Altersjahrgänge von allen lebenden Generationen, die am meisten
von den gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte betroffen
sind. Das ist eines der Hauptergebnisse der neuen Studie „Sozialreport
50plus 2005. Daten und Fakten zur sozialen Lage 50- bis unter 65-Jähriger
in den neuen Bundesländern“. Die vorliegende Ausarbeitung ist der
achte Bericht der seit 1990 zweijährlich im Auftrag des Bundesverbandes
der Volkssolidarität erscheinenden Analyse zur sozialen Lage von Bürgern
im Renten- bzw. Vorrentenalter sowie zu ihren subjektiven Befindlichkeiten in
den neuen Bundesländern. Der Untersuchung liegt die jährlich vom SFZ
vorgenommene repräsentative Erhebung "Leben in den neuen Bundesländern"
zugrunde. In die 15. Welle (2004) wurden 1.358 Bürger einbezogen, mit dem
Schwerpunkt der Lebensverhältnisse von 50- bis unter 65-Jährigen.
13 Prozent der Befragten haben sich als „richtige Bundesbürger“
bezeichnet, 14 Prozent wollten die DDR wieder, während 71 Prozent sie nicht
wiederhaben wollen, aber auch noch nicht vollständig in der Bundesrepublik
angekommen sind.
Einer insgesamt relativ hohen allgemeinen Lebenszufriedenheit steht zugleich
ein hohes Maß an Befürchtungen auf die unmittelbare und fernere Zukunft
gegenüber. Die soziale Situation der 50- bis unter 65-Jährigen ist
gekennzeichnet durch zunehmende Ausgliederung und Ausgrenzung vom Arbeitsmarkt
sowie hohe Anteile in nicht gewünschten Arbeitsverhältnissen (befristet,
Teilzeit usw.). Insgesamt fehlen für ältere Bürger in den neuen
Bundesländern absolut rund 830.000 Arbeitsplätze.