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Senioren kämpfen gegen Benachteiligung
Das Thema Diskriminierung von Älteren im Beruf beschäftigt möglicherweise
bald das Bundesverfassungsgericht. Die in der CDU organisierten Senioren wollen
deswegen vor dem höchsten deutschen Gericht klagen, hat ihr Chef, Otto
Wulff, angekündigt: "Diskriminierung auf Grund des Lebensalters ist
längst zur gesellschaftspolitischen Praxis geworden." Nötig seien
gesetzliche Regelungen gegen die Benachteiligung der Senioren. Beispielsweise
müßten Schöffen in Deutschland mit 70 Jahren ihren Dienst aufgeben.
Auch die Altersbeschränkungen für öffentlich bestellte Gutachter
mit 68 Jahren und Professoren mit 65 Jahren seien diskriminierend. "Reihenweise
wechseln hochkarätige ältere Wissenschaftler als Forscher und Lehrende
ins Ausland. Das ist ein Aderlaß, den wir uns nicht erlauben können",
mahnte Wulff. Auch Stellenausschreibungen mit Altersbegrenzungen müßten
künftig untersagt werden, forderte der Chef der Senioren-Union und verwies
auf das Diskriminierungsverbot in Artikel 3 des Grundgesetzes.
Die streitbare Organisation hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die Benachteiligung
Älterer in Deutschland belegen soll. Bei dem Ländervergleich "werden
vielen die Augen aufgehen", sagte Wulff. Während in Deutschland nur
35 Prozent der 55- bis 65jährigen im Beruf seien, liege die Quote in der
Schweiz, Skandinavien und den USA doppelt so hoch: "Ob jemand mit über
60 Jahren für eine Aufgabe geeignet ist, muß im Einzelfall entschieden
werden." Stereotypen, daß Ältere weniger leistungsfähig
seien, führten in die Irre.
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