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"Babyboomer" stellen ein Risiko dar

Der Trend bei der Altersvorsorge geht in Richtung Kapitalmarktprodukte. Gehen die Babyboomer ab 2030 in Scharen in Pension, wird das die entwickelten Aktienmärkte belasten.

Wien/München (ag). Die Alterung der Gesellschaft in Industrieländern wird nach Einschätzung von Experten in den nächsten 15 Jahren zu einer höheren Nachfrage nach Geldanlagen am Kapitalmarkt führen. So werden herkömmliche Vorsorgeprodukte wie Bausparen und Lebensversicherungen in den kommenden Jahren zunehmend durch risikoreichere Kapitalmarktprodukte wie Fonds ergänzt, weil diese höhere Ertragschancen bieten. Zu diesem Ergebnis kommt eine europaweite Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), die von der Allianz Versicherung in Auftrag gegeben wurde.

Die stärksten Zuwächse erwarten die befragten Experten in den nächsten 15 Jahren bei Investmentfonds und Produkten der betrieblichen Altersvorsorge. Direkte Anlagen in Aktien und Anleihen dürften in geringerem Umfang an Bedeutung gewinnen und auch Investitionen in alternative Investments - wie etwa in Hedge-Fond oder Private-Equity-Beteiligungen - dürften ansteigen.

Erstmals wurde in der Studie auch in breiter Basis ein mögliches Problem der Kapitalmarktvorsorge hinterfragt, die sogenannte "Asset-Meltdown-Hypothese". Der Hypothese zufolge ist etwa ab dem Jahr 2030 ein dramatischer Kurseinbruch zu erwarten, weil dann die geburtenstarken Jahrgänge der 60er-Jahre in Pension gehen und die Betroffenen in großem Stil ihre Kapitalanlagen verkaufen.

Die 247 befragten Finanzexperten gehen davon aus, dass sich dies ab dem Jahr 2030 auf Anleihenkurse nicht wesentlich auswirken wird, an den Aktienmärkten hingegen ist ein Kursrückgang zu erwarten, weil eine steigende Zahl an Verkäufern einer schrumpfenden Zahl an Käufern gegenübersteht. Die Anleihenmärkte sind nach Meinung der Befragten zudem weltweit besser vernetzt als die Aktienmärkte, starke Verkäufer durch die Babyboomer würden über internationale Kapitalbewegungen besser ausgeglichen werden. Die Mehrheit der Experten geht davon aus, dass die Sparquote im Ruhestand zwar abnehmen, aber weiter positiv bleiben wird. Dramatisch werden die Verluste an den Börsen der Industriestaaten daher nicht sein, aber ein dauerhafter Verkäuferüberschuss könnte die Kursentwicklung und damit die Rendite bremsen.

Doch Anleger können sich vor den negativen Auswirkungen des sogenannten "Asset-Meltdown" schützen, indem sie die Möglichkeit zur internationalen Diversifikation der Geldanlage nutzen. Nach Meinung der Experten kann die internationale Streuung der Gelder helfen, die negativen Auswirkungen alternder Gesellschaften auf die Kapitalmärkte zu mildern. Vor allem den "Emerging Markets" werden die Profiteure dieser Entwicklung sein, weil sich ihr Anteil am zukünftigen Altersvorsorgeportfolio erhöhen wird. Zu diesen "Emerging Markets" zählen die Staaten Mittel- und Osteuropas, China und die asiatischen Länder mit Ausnahme Japans.

Aber auch die internationale Diversifikation stößt an Grenzen, weil die Fähigkeit zur Aufnahme von ausländischem Kapital in Schwellenländern eingeschränkt ist. Als Hemmnisse wirken hier vor allem unterentwickelte Finanzmärkte, ineffiziente Bankensektoren sowie eine schlecht funktionierende Finanzmarktaufsicht.

 

 

 


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