Wissenschaftler an der TU Wien haben eine Armbanduhr entwickelt, so meldet das Handelsblatt in seiner heutigen Ausgabe, die alleinstehenden alten und behinderten enschen ein sicheres Leben zu Hause ermöglichen soll. Sie haben den Prototyp eines kleinen, handlichen Notrufsystems entwickelt, das automatisch Hilfe anfordert, wenn Sensoren einen krititschen Gesundheitszustand ermitteln oder wen die Person stürzt. Das Neuartige dabei: Der Alarm wird automatisch ausgelöst, ohne dass ein Alarmknopf betätigt werden muss.
Bei herkömmlichen notrufsystemen (Alarm-Telefonen, wie sie für Senioren-Notrufsysteme verwendet werden), muss der Benutzer auf einen Knowpf drücken (an einem Armband oder um den Hals getragen), wen sich sein Gesundheitszustand verschlimmert, er gestürzt ist oder aus einem anderen Grund Hilfe benötigt wird. Durch den Knopfdruck geht ein Telfonanruf im Service-Zentrum ein, der code identifiziert den Benutzer und die Kommunikkation wird freigeschaltet.
"Das große Handicap derartiger Systeme ist, dass alte Menschen zögern auf den Alarm-Knopf zu drücken - oftmals zu lange", sagt Wolfgang L. Zagler, Leiter der Forschungsgruppe Rehabilitationstechnik Fortec an der TU Wien. Bei plötzlichen Verschlechterungen des Gesundheitszustands oder bei Stürzen kann der Alarm nicht mehr selbst ausgelöst werden. Eine gewisse Verbesserung stellen Geräte dar, die am Gürtel getragen bestimmte Arten von Stürzen erkennen und selbsttätig einen Alarm auslösen. Allerdings muss sichergestllt werden, dass die Geräte vom Benutzer auch wirklich immer getragen werden.
Die Forscher haben daher ihre Tchnik in ein Uhr-ähnliches Gerät integriert, das am Handgelenk getragen wird. Beschleunigungssensoren liefern Daten zur Erkennung eines Sturzes. Ein optischer Pulsmesser sowie eine Art Fieberthermometer und ein Feuchtigkeitsmessser sind dazu da, um städnig zu kontrollieren, ob Temperatur, Hautfeuchtigkeit und Puls auf normalem Niveau sind. Sollte ein kritischer Zustand erkann werden, wird der Alarm nach vorher festgelegten Kriterien automatisch ausgelöst.
"Die Herausforderung bestnad darin, dass das System erkennen muss, ob sich ein Arm beispielsweise nur schnell bewegt, weil man heftig gestikuliert oder ob ein Sturz erfolgt ist" erläutert Zagler. Um Fehlinterpretationen (und damit fälschlich ausgelöste Alarme) mit Sicherheit ausschließen zu können, wird ein 3D-Algorithmus verwendet, der die typischen Muster eines Surzes unabhängig von der Fallrichtung auswertet. Damit der Alarm funktioniert, wird er über Bluetooth an eine Baisstation geleitet, die über das öffentliche Telefonnetz an ein alarm- und Service-Zentrum angeschlossen ist.
Dass das automatische Notruf-System der TU Wien auch wirklich funktioniert, wurde mit 23 älteren Personen und 9 Experten aus Österreich und England abschließend getestet. Jetzt suchen die Forscher nach Kooperationspartnern in der Industrie. "Unser Prototyp ist schon recht zuverlässig", sagt der Forschungsleiter. Zunächst solle das neue Notrufsystem mit einfachen Funktionen ausgestattet werden. Später könnten kompliziertere Aufgaben wie die Pulsmessung und Blutzuckerbestimmung hinzukommen, sagt Zagler. Die Schnittstellen für entsprechende Sensoren seien bereits vorgesehen.